Kritik an den ausgewählten Prüfkriterien

Ein Prüfergebnis kann Erkenntnisse zu den definierten Kriterien bringen. Was nicht untersucht wird, findet auch keine Berücksichtigung.

In der Pflege wird in Zusammenhang mit Qualität von Struktur-Qualität, Prozess-Qualität und Ergebnis-Qualität gesprochen.

In Zusammenhang mit den Qualitätsprüfkritierien wird kritisiert, dass

  • im  Zentrum der Prüfung die Beurteilung von Arbeitsabläufen steht und nicht die der Ergebnisqualität.
  • dass die Auswahl der Kriterien falsch ist: Die elementaren Fragen der Lebensqualität und Versorgungsqualität (individuell erlebte Lebensqualität und Zufriedenheit, ärztliche Versorgung, freiheitsentziehende Maßnahmen, soziale Teilhabe) werden nicht bzw. wenig thematisiert. Statt dessen stehen Fragen der Prozess-Qualität im Vordergrund.
  • weniger die pflegerische Qualität beurteilt wird als vielmehr die Anpassungsfähigkeit der Einrichtungen an ein bestehendes Prüfverfahren. D.h.: Um eine bessere Beurteilung zu bekommen, werden die Mitarbeiterressourcen in die Dokumenationsaufgaben gelenkt und nicht mehr zur direkten Pflege genutzt.
  • es keine Gewichtung der Kriterien gibt. Hier wird häufig das Argument verwendet, dass eine schlechte pflegerische Leistung (etwa eine fehlende Flüssigkeitsversorgung) mit dem Kriterium, ob der Speiseplan gut sichtbar öffentlich ausgehängt wurde, ausgeglichen werden kann.
  • letzten Endes die Qualität der Dokumentation beurteilt wird. Eine Inaugenscheinnahme der Bewohner/Pflegebedürftigen fände nur in wenigen Fällen statt.